Breitband-Offensive: Telekom will "alle Haushalte in Deutschland erreichen"

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HabNeFritzbox
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Breitband-Offensive: Telekom will "alle Haushalte in Deutschland erreichen"

#1 Beitrag von HabNeFritzbox » 11. Okt 2018 22:56

Die Deutsche Telekom will den Ausbau der Breitbandinfrastruktur beschleunigen und dabei auch mit anderen Unternehmen kooperieren. "Wir wollen hundert Prozent der Haushalte in Deutschland erreichen", gab Vorstandschef Tim Höttges auf dem Netzetag der Telekom am Donnerstag in Berlin als Ziel aus. Alle Haushalte sollen so künftig Telekom-Dienste beziehen können. Um das Ziel zu erreichen, setzt die Telekom auf eigenen Ausbau, gemietete Leitungen sowie Kooperationen.
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 89014.html
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Re: Breitband-Offensive: Telekom will "alle Haushalte in Deutschland erreichen"

#2 Beitrag von FSnyder » 12. Okt 2018 08:28

Tja, das nützt nur den Kunden nix, wenn in einem Gebiet ein privater Anbieter (bei uns MDDSL) ausgebaut hat, der auch die Telekom (die es jahrelang konsequent verweigert hat, auszubauen) nicht an den Futtertrog lässt......

Grüße
Snyder

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Breitband-Offensive: Telekom will

#3 Beitrag von qwertz-asdfgh » 15. Okt 2018 17:00

@FSnyder
Wenn es die Telekom wirklich ernst meinen würde mit dieser Aussage (wobei ich da allerdings aus versch. Gründen so meinen kleinen Zweifel habe) dann kann auch ein lokaler Netzbetreiber der Vor-Ort ausgebaut hat (wie z.B. MDDSL) kein Hinderungsgrund für dieses genannte Ziel darstellen.
Entweder der lokale Netzbetreiber hat die KVz. in die Vectoringliste eintragen lassen und wird dann in absehbarer Zeit (auf Basis eines FTTC-Ausbau) auch Vectoring nutzen müssen (wenn nicht dann kann er auch wieder aus der Liste gestrichen werden) oder er hat das nicht. Wenn ja dann muss er entsprechende Vorleistungsprodukte anbieten die die Telekom dann auch einkaufen könnte, ob er will oder nicht. Und wenn nein dann könnte die Telekom selbst einen FTTC-Ausbau (mit Vectoring) tätigen (wenn sie denn wirklich wollte, aber das wäre ja wieder ein anderes Thema).

Wenn der lokale Anbieter dagegen per FTTB oder FTTH erschlossen hat (dann muss er keine Vorleistungsprodukte anbieten die die Telekom einkaufen könnte) dann könnte die Telekom dort parallel selbst noch einen FTTC-Ausbau (incl. Vectoring) starten. Aber in jedem Fall, also selbst wenn der lokale Netzbetreiber Vectoring per FTTC-Technik nutzt, könnte die Telekom auch per FTTB oder FTTH parallel erschliessen.

Also lange Rede kurzer Sinn, auch ein lokaler Netzbetreiber der die Telekom nicht an den "Futtertrog" lässt kann keine Ausrede sein um das erwähnte Ziel nicht erreichen zu können (aus technischer und gesetzlicher Sicht, nicht jedoch aus betriebswirtschaftlicher Sicht). Aber wie schon erwähnt habe ich aus verschiedenen anderen Gründen sowieso meine Zweifel, dass das Ziel die Telekom in absehbarer Zeit erreichen wird. Davon abgesehen sehe ich es sowieso nicht ein weshalb die Telekom bundesweit flächendeckend konkurrenzfähige Anschlüsse anbieten können muss.

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Re: Breitband-Offensive: Telekom will "alle Haushalte in Deutschland erreichen"

#4 Beitrag von FSnyder » 16. Okt 2018 11:43

Hi,

das "Problem" ist, dass der private Anbieter ein ca. 6km langes Glasfaserkabel vom nächsten größeren Ort bis zu uns ins Dorf gezogen hat. Von den von ihm (neben den Telekom-Kästen) erstellten KVz aus geht er dann die letzten Meter über die Telekom-Kupferleitung in die Häuser.
Ursprünglich war sogar (wenn sich nicht genügend Nutzer gemeldet hätten) von einer Richtfunkstrecke die Rede......

Grüße
Snyder

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Breitband-Offensive: Telekom will "alle Haushalte in Deutschland erreichen"

#5 Beitrag von qwertz-asdfgh » 16. Okt 2018 14:05

Wie schon gesagt, ich sehe da dennoch kein richtiges Problem, auch nicht in deinem Fall. Zumindest wenn es die Telekom mit dieser Aussage wirklich ernst meinen sollte.
Für alles gibt es Lösungen und wenn der lokale Anbieter auch noch Vectoring nutzt (er hat ja nach deiner Schilderung auf FTTC-Technik gesetzt) muss er sowieso ein entsprechendes Vorleistungsprodukt anbieten. Es wäre meiner Ansicht nach auch riskant für diesen Anbieter wenn er die enstpr. KVz. mittlerweile nicht für Vectoring eintragen lassen hat denn sonst könnten die ihm jederzeit "weggenommen" werden.

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Re: Breitband-Offensive: Telekom will "alle Haushalte in Deutschland erreichen"

#6 Beitrag von FSnyder » 23. Okt 2018 14:26

Hi,

MDDSL baut ja quasi ein komplett eigenes Galsfasernetz auf. Auf Wunsch (und für viiiieeeel Geld) bekommt man sogar FTTH.
Und sie lassen in absehbarer Zeit keinen anderen Anbieter in "ihr" Netz. Das machen sie schon in diversen (ländlichen) Gebieten so, in denen sie Glasfaser ausgebaut haben.

Wenn man "drängelt", bietet die T-Com Hybrid (aber auf Grund der langsamen Kabelverbidung auch nur bis zu 16 MBit) an.
Und das für den "üblichen" Schweinepreis....
Bevor ich das mache, hole ich lieber mein ELSA-Modem wieder aus der Mottenkiste. ;-)

Grüße
Snyder

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#7 Beitrag von qwertz-asdfgh » 25. Okt 2018 11:20

Bei FTTH ist das nachvollziehbar. Aber wenn die MDDSL über ihr Netz auch FTTC mit Vectoring anbietet dann müssen sie, zumindest für diese FTTC-Anschlüsse, auch andere in ihr Netz lassen, ob sie wollen oder nicht. Die andere Frage ist allerdings ob andere überhaupt das Netz von MDDSL nutzen wollen denn andere Provider sind nicht dazu verpflichtet andere Netze nutzen zu müssen.

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Re: Breitband-Offensive: Telekom will "alle Haushalte in Deutschland erreichen"

#8 Beitrag von FSnyder » 26. Okt 2018 16:53

Hi,

Vectoring gibt es nicht; via Kupfer gibt es nur maximal 50.000. Und sie lassen keinen anderen Anbieter in ihr Netz. So die Aussage des Geschäftsführers.
Wollen würden andere Anbieter (T-Com, Telefonica und Vodafone) schon, aber sie dürfen eben nicht.
Ich bekomme z. B. hier ums Verrecken keinen Easybell-DSL-Anschluss, auch wenn ich es wollte. Via Kupfer gehen nur Vodafone (knapp 6.000) und T-Com (ein 3.000er Annex-J-Anschluss) bzw. ein 16.000er Hybrid.

Grüße
Snyder
PS: MDDSL hat sowieso eigenwillige AGBs. Telefonie gibt es nur, wenn man von ihnen eine Box mietet, die volle Bandbreite (50.000) dito. Wer aufmüpfig ist und eine eigene Box (egal ob es die gleiche 7490 ist, die sie auch anbieten) nutzen will, bekommt keine Telefonie (eingehende Rufnummernportierung gibt es sowieso nur für Geschäftskunden und gegen Geld!) und nur maximal einen 18.000er Anschluss, Punkt, Ende!

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Breitband-Offensive: Telekom will

#9 Beitrag von qwertz-asdfgh » 26. Okt 2018 18:36

FSnyder hat geschrieben:
26. Okt 2018 16:53
Vectoring gibt es nicht; via Kupfer gibt es nur maximal 50.000. Und sie lassen keinen anderen Anbieter in ihr Netz. So die Aussage des Geschäftsführers.
  1. Die Aktivierung/Nutzung von Vectoring ist bei FTTC nicht gleichbedeutend mit der Verfügbarkeit von VDSL100. Wenn ein Anbieter sich in die Vectoringliste eintragen lässt ist er nicht automatisch dazu verpflichtet VDSL100 mit Vectoring anzubieten. M.W.n. gibt es auch einige lokale Anbieter die trotz Vectoring kein VDSL100 anbieten. Also nur weil max. VDL50 angeboten wird kann man daraus noch nicht schließen, das Vectoring nicht genutzt wird.
  2. Wenn der lokale Anbieter kein Vectoring bei FTTC nutzt können ihm theoretisch jederzeit die jeweiligen KVz. "weggenommen" werden und andere Netzbetreiber könnten diese KVz-Standorte erschließen (natürlich auch die Telekom).
Wenn er kein Vectoring nutzt ist er quasi "nicht vorhanden" (bzw. ungeschützt, jeder andere Anbieter könnte dann also per FTTC erschließen und der vorhandene muss sich mit seiner FTTC-Technik quasi zurückziehen, er dürfte dann darüber nur noch langsame ADSL-Anschlüsse anbieten). Und wenn der lokale Anbieter (zum Schutz, damit ihm seine vorhandenen KVz-Standorte nicht weggenommen werden können) sich in die Vectoringliste eintragen lässt (was nicht automatisch bedeutet, dass er schnellere Anschlüsse wie z.B. VDSL100 anbieten muss) ist er wiederum verpflichtet anderen Zugang zu gewähren, ob er will oder nicht.

Man kann es also drehen und wenden wie man will, der lokale Netzbetreiber stellt keinen Hinderungsgrund dar bzw. kann nicht als "Ausrede" dienen um das von der Telekom gesteckte Ziel, auch bei euch, nicht zu erreichen. Was im übrigen immer noch nicht bedeutet, dass ich der Meinung bin die Telekom müsse dieses selbst gesteckte Ziel erreichen (und ich denke sie wird es auch nicht erreichen)...
Zuletzt geändert von qwertz-asdfgh am 26. Okt 2018 18:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: RS

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Re: Breitband-Offensive: Telekom will "alle Haushalte in Deutschland erreichen"

#10 Beitrag von FSnyder » 26. Okt 2018 18:58

Hi,

außer MDDSL hat ja auf ausdrückliche Nachfrage kein anderer Anbieter Geld in die Hand nehmen und ein Glasfaserkabel bis zu uns ins Dorf legen wollen.
Die T-Com hat ja sogar, so lange sie "Platzhirsch" waren, nicht mal die ururalten DSLAMs von Analog Devices, die nur ADSL1 konnten, getauscht. Mit diesen Dingern gab es nur einen 2.000er DSL. Erst als es (fast) zu spät war, weil Vodafone DSL-RAM mit bis zu 6.000 angeboten haben und ihnen reihenweise die Kunden weggerannt sind, wurden sie wach und haben umgerüstet auf ANNEX J.
Auf einmal haben sie uns auch die Briefkästen mit Werbung für das "schnelle Internet der Zukunft" (was sich bei genauem Lesen als 16.000er Hybrid-Mogelpackung entpuppte) vollgestopft.

Grüße
Snyder
PS: Wenn sie wirklich andere Anbieter reinlassen müssten, wäre das eine große Freude (für mich). Dann würde man schnelles Internet zu vernünftigen Konditionen bekommen.....

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#11 Beitrag von qwertz-asdfgh » 26. Okt 2018 19:47

FSnyder hat geschrieben:
26. Okt 2018 18:58
außer MDDSL hat ja auf ausdrückliche Nachfrage kein anderer Anbieter Geld in die Hand nehmen und ein Glasfaserkabel bis zu uns ins Dorf legen wollen. ...
Ich sehe es ja auch so, dass das von der Telekom gesteckte Ziel unrealistisch scheint. Nicht aus technischer oder rechtlicher Sicht sondern allein aus wirtschaftlicher Sicht. Der bereits vorhandene lokale Anbieter stellt meiner Ansicht nach aber eben keinen Hinderungsgrund dar das Ziel nicht erreichen zu können oder wollen.

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Re: Breitband-Offensive: Telekom will "alle Haushalte in Deutschland erreichen"

#12 Beitrag von FSnyder » 28. Okt 2018 15:21

Hi,

ja, eben doch! Die T-Com hat es rein aus wirtschaftlichen Gründen nicht machen wollen. Nur wenn es Fördermittel gegeben hätte, hätten sie ausgebaut. Vodafone und Telefonica dito.
MDDSL hat auch erst ausgebaut, als sie 40 Interessenten zusammen hatten. An sonsten hätte es sich auch für sie nicht gelohnt. Da sie mehr als 60 Kunden zusammenbekommen haben, haben sie ein Glasfaserkabel gelegt. Wenn es weniger als 60 gewesen wären, hätten sie eine Richtfunkstrecke gebaut.
Aber sie sind halt teurer als die Telekom (bzw. bei bestimmten Konstellationen genauso teuer) und haben ihre etwas eigenwilligen Geschäftsbedingungen, zu denen ich keinen Vertrag abschließe.
Wenn ich meinen Vertrag bei 1und1 mit allen "Goodies" (u.a. mehrere kostenlose SIM-Karten) nehme und rechne, was ich für einen "nackten" 30.000er DSL bei MDDSL (zuzüglich SIM-Karten bei anderen Anbietern mit gleichen Leistungen, wie ich sie jetzt bei 1und1 habe) auf den Tisch legen müsste, dann komme ich auf Mehrkosten von gut 750 Euro/Jahr.
Bei einem 50.000er (dann inklusive Miete für die Box von denen) sind es sogar 900 Euro.
Da bleibe ich lieber bei meinem 6.000er DSL und fahre für das gesparte Geld eine Woche an die Ostsee.....

Grüße
Snyder

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